Autonome Provinz Trient

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Landwirtschaft

Die Landwirtschaft, die Seele dieses Landes
Es gibt Länder, wo der Landwirtschaft Grund und Boden entzogen werden, um mehr Platz für Bauten zu gewinnen. Im Trentino geschieht das Gegenteil: Hier wird Land zurückgewonnen -wie zum Beispiel im Lagertal, wo 130 Hektar- darunter in Terrassen angelegte Weinberge in 850 m Höhe -demnächst wieder landwirtschaftlich genutzt werden. Für diesen „Zurück-auf-das-Land“-Trend begeistern sich auch viele junge Leute. Ein Beweis hierfür sind die mehr als 650 Ansiedlungsprämien, die Jungbauern unter 40 Jahren gewährt wurden. Sie alle hegen den Wunsch, eine Tradition zu neuem Leben zu erwecken, um auf diese Weise einen Beitrag für eine erfolgreiche Landwirtschaft zu leisten, die bei immer weniger Pestiziden auf immer mehr Qualität und Natürlichkeit setzt. Aus diesem Grund wurde auch die Qualitätsmarke Trentino entwickelt, die strenge Kriterien vorsieht und den Ursprung und die Qualitätsmerkmale der einheimischen Erzeugnisse kennzeichnet.

 

Das perfekte Prickeln
Ein erstklassiges Erzeugnis des Trentiner Weinbaus ist der Sekt „Trentodoc metodo classico“, der überwiegend aus Chardonnay-Trauben gekeltert wird. Rund acht der insgesamt 18 Millionen Flaschen Spumante, die in Italien produziert werden, kommen aus dem Trentino, wo er rigoros durch Flaschengärung gewonnen wird. Den Grundstein für diesen Erfolg legte Giulio Ferrari, ein genialer und passionierter Trentiner, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Fachoberschule für Landwirtschaft in San Michele all'Adige besucht hatte. Der Sektproduktion widmen sich heute mehr als 30 Erzeuger.
www.trentodoc.com
http://www.visittrentino.info/de/gastronomie_und_weine

 

Im Glas
In Trentino veritas
„Versa il vino! Eccellente Marzemino!“ Mit diesem Ausruf wird im „Don Giovanni“ von Mozart dieser blumige und nach Waldbeeren duftende Rotwein aus dem Lagertal verherrlicht. Er wird aus einer autochthonen Rebsorte gewonnen -wie zwei andere Trentiner Weine: der Teroldego aus der Rotaliana-Ebene, die bereits Goethe als den „schönsten Weingarten Europas“ beschrieb, ein vorzüglicher fruchtiger Rotwein, der am besten zu Wildgerichten und gut gelagertem Käse passt, sowie der strohfarbene Nosiola-Weißwein aus dem Valle dei Laghi. Aus Nosiola-Trauben, die auf Holzgittern getrocknet werden, wird der „Vino Santo“ gewonnen, ein süßer, bernsteingelber Dessertwein. Aus frischem Trester wird der Trentiner Grappa erzeugt, der von einer eigenen Aufsichtsbehörde geprüft wird, damit nur exzellente Grappas mit dem Dreizack-Markenzeichen in den Handel gelangen. Sein Erfolgsgeheimnis liegt in dem von Tullio Zadra entwickelten Destillationsverfahren, bei dem durch die langsame, gleichmäßige Erhitzung in der Wasserbad-Brennblase das Aroma und der Geschmack besonders zur Geltung kommen. Wer diese Produkte besser kennen lernen möchte, sollte den „Palazzo Roccabruna“ in der Altstadt von Trient aufsuchen, wo die Handelskammer die Trentiner Köstlichkeiten aus Küche und Weinkeller präsentiert. Im „Palazzo Roccabruna“ sind auch die Landesönothek sowie die Beobachtungsstelle der typischen Trentiner Produkte untergebracht.
www.enotecadeltrentino.it

 

Vitamine
Die wohlschmeckenden und gesunden Trentiner Äpfel spielen die Hauptrolle in der Obstproduktion des Landes. Golden und Red Delicious, Renette und Granny Smith, Royal Gala und Morgenduft gedeihen bestens auf den sonnigen Hängen des Nonstals und des Sulzbergs, aber auch am oberen Gardasee, im Etschtal und im Suganatal. Äpfel gelten in der Ernährungswissenschaft als besonders ausgeglichenes Nahrungsmittel, sie sind für eine kalorienreduzierte Ernährung ideal, weil sie wenig Natrium enthalten, dafür aber reich an Kalium und Vitaminen sind. Mit nur 12 Prozent Zucker sind sie auch für Diabetiker geeignet. Das Grestatal liegt zwischen dem Lagertal und dem unteren Sarcatal und ist die Trentiner Hochburg des Gemüseanbaus: Weißkohl und Möhren, Sellerie und Lauch, Rüben, Blumenkohl, Zucchini, Zichoriesalat und grüne Bohnen... Die Äußeren Judikarien sind das Reich der Montagnina-Kartoffeln, die hier im gesunden Bergland besonders schmackhaft gedeihen. Im  Chiesetal wird ein rotkörniger Mais angebaut, der „Nostrano di Storo", aus dem ein vorzügliches Maismehl zur Zubereitung der köstlichen Polenta hergestellt wird. Und abschließend, denn „das Beste kommt zum Schluss“, das von Kennern hoch geschätzte native Olivenöl „Extravergine“ vom Garda Trentino: Ein goldfarbenes, fruchtiges und leicht würziges Olivenöl, das auch mehrfach ausgezeichnet wurde. Die Trentiner Gemüse- und Obstproduzenten sind in einem Verband zusammengeschlossen, der als Bezugspunkt für diesen Wirtschaftsbereich gilt. Dieser Verband vertritt ungefähr 12.000 Betriebe mit ebenso vielen Hektar Anbauflächen, auf denen 450 tausend Tonnen Erzeugnisse produziert werden.
www.osservatorioproduzionitrentine.it
www.apot.it

 

Kalzium
Die Almen sind kein Zeugnis vergangener Zeiten, das man wie ein Museum besucht. Im Gegenteil sie sind eine rege und lebendige Realität, die eine wichtige Rolle in der lokalen Milchwirtschaft spielt und mit Almhütten und Viehweiden die Berglandschaft prägt. Viele junge Leute, auch junge Frauen, haben sich in der letzten Zeit entschieden, das ganze Jahr über auf einer Alm zu leben und zu arbeiten, sodass an die zehn Almhütten wieder in Betrieb genommen werden konnten. Aus Kuhmilch werden würzige Käsesorten erzeugt, wie z. B. der „Casolét“ aus dem Sulzberg, der sich bestens für herzhafte Tartes eignet, der „Puzzone di Moena“, der während der Lagerung täglich mit einem feuchten Schwamm abgerieben wird, oder der schmackhafte und leicht pikante „Vezzena“ und viele andere Kuh- und Ziegenkäsesorten. Zur Palette der Trentiner Käsesorten zählen auch Spitzenprodukte wie der „Trentingrana“, der 20 Monate lang ohne Konservierungsmittel reift, oder der „Spressa“ aus den Judikarien, der je nach Reifegrad mild oder pikant schmeckt.



 

Proteine
Die Kühe der Rendena-Rasse, die im Sommer vier Monate lang auf den Almen zu Füßen der Brentagruppe verbringen, geben nicht nur eine ausgezeichnete Milch, auch das Fleisch ihre Kälber ist vorzüglich. Die verschiedenen Viehzuchtbetriebe dieses Berglandes produzieren ein qualitativ hochwertiges Fleisch, das unter anderem auch zu traditionellen gastronomischen Produkten verarbeitet wird. Beim Pökelfleisch „Carne salada“, das ursprünglich aus dem unteren Sarcatal stammt, heute aber im ganzen Trentino verbreitet ist, handelt es sich um sehr mageres Rindfleisch, das 20-25 Tage lang in einer Salzlake mit Lorbeer, schwarzem Pfeffer, Wacholderbeeren, Knoblauch und Rosmarin eingelegt wird und entweder roh in sehr feinen Scheiben serviert oder in etwas dickeren Scheiben gebraten wird. Die „Lugànega del Trentino“ ist eine milde, leicht nach Pfeffer und Knoblauch schmeckende Wurst, die gut zu Polenta und Kartoffelpuffern („tortèl di patate“) passt und sich als Zutat für Knödel eignet. Die „Mortandèla“ aus dem Nonsberg besteht zu gleichen Teilen aus faschiertem, fettem und magerem Schweinefleisch, und wird von Schweinsnetz umschlossen oder mit Mehl bestäubt; sie kann frisch oder gelagert gegessen und auch zu Nudelgerichten verwendet werden. Bei der „Ciuìga“ handelt es sich dagegen um eine frische Wurst aus dem Banale, die aus Schweinefleisch und weißen Rüben zubereitet und in einem speziellen Raum ohne Rauchabzug geräuchert wird, um dann gekocht und aufgeschnitten zu Kartoffeln oder Polenta serviert zu werden.




 

Spitzenprodukte
Schmackhaft, unverfälscht und gesund
Die Qualität der Trentiner Lebensmittel wird oft durch Gütezeichen gekennzeichnet, die die Unverfälschtheit und Gesundheit der Lebensräume und der Anbau- und Verarbeitungsmethoden garantieren. Mit der DOP-Marke (Denominazione di Origine Protetta = geschützte Ursprungsbezeichnung) sind die Apfelsorten Golden-Delicious, Renette und Red-Delicious aus dem Nonsberg ausgezeichnet worden, der Hartkäse „Trentingrana“, von dem jährlich nicht mehr als 100.000 Laib produziert werden dürfen, der „Spressa“-Käse aus den Judikarien, das Olivenöl „Olio Extravergine del Garda Trentino“ und zwei Süßwasserfische: die Regenbogenforelle und der Saibling. Weitere sechs Trentiner Produkte sind „Presidi Slow Food“, d.h. traditionelle lokale Erzeugnisse von besonderem kulinarischen und kulturellen Wert: die Käsesorten „Casolèt“, „Puzzone“ und „Vézzena“ und die Wurstwaren „Ciuìga“, „Lugànega“ und „Mortandèla“. Um die Gastronomie und Weinlandschaft des Trentino zu entdecken, sind sieben Wein- und Gourmetstraßen angelegt worden, die zu Weinbergen und Weinkellereien und zu den Anbau- und Verarbeitungsstätten der typischen Landesprodukte führen.
www.stradedelvinodeltrentino.it